Betreuungsweisung

Das Konzept

Art und Inhalt

Gefährdete und straffällig gewordene Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, die in ihrem sozialen Umfeld keine ausreichende Unterstützung und Förderung erhalten, werden durch ehrenamtlich Tätige begleitet. Die jungen Menschen erfahren Unterstützung in allen lebenspraktischen Bereichen, mit dem Ziel, sie zu Eigenverantwortlichkeit, Selbständigkeit und Straffreiheit zu befähigen.
Die Maßnahme wird vom örtlich zuständigen Jugendamt eingeleitet. Dieses bleibt während der Maßnahme fallzuständig. Jede Betreuung ist nach Klärung des tatsächlichen Betreuungsbedarfes auf die Dauer von 3 – 12 Monaten angelegt und erfordert die Bereitschaft aller Beteiligten zur Zusammenarbeit.
Die Häufigkeit der Kontakte zwischen dem Betreuer und dem jungen Menschen richtet sich nach dem individuellen Betreuungsbedarf, der in einem Erstgespräch im Jugendamt mit allen Beteiligten ermittelt und schriftlich festgehalten wurde. Die Maßnahme endet mit einem Abschlussgespräch, das ebenfalls dokumentiert wird.

Die ehrenamtlich Tätigen werden durch den Verein
Neue Wege e.V. für die Aufgabe geschult und erhalten eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit im Einzelfall. Während der Maßnahme werden sie durch die fallzuständigen Fachkräfte der Jugendämter begleitet.
Die Schulung umfasst einen Theorieblock mit rechtlichen und strukturellen Grundlagen sowie einen Praxisteil mit den Schwerpunkten Gesprächsführung und Konfliktlösungsstrategien. Daneben besteht die Notwendigkeit zu einer Teilnahme an einem 1. Hilfe Kurs.
Die Reflexion während der Maßnahme erfolgt durch angeleiteten, mindestens monatlichen Austausch der verschiedenen Betreuer und/oder Einzelgespräche.
Die ehrenamtlich tätigen Betreuer werden durch die fallzuständige Kommune für den Einzelfall zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Zum Einstieg in die Betreuungsarbeit zwischen dem Jugendlichen und seinem ehrenamtlichen Betreuer kann ein gemeinsamer Ausflug in einen Waldkletterpark erfolgen. Die erlebnispädagogisch orientierte Kletterherausforderung dient dem intensiven Kennenlernen und erstem Aufbau von Vertrauen. Zudem ist angedacht, diesen Ausflug ggfs. auch als Gruppenausflug durchzuführen.


Rechtliche Grundlage

Sozialgesetzbuch VIII
Jugendgerichtsgesetz (JGG)


Zielgruppe

Gefährdete und straffällig gewordene junge Menschen im Alter
von 14 – 20 Jahren
In Einzelfällen auch Kinder und junge Erwachsene


Zielsetzung

- Aufbau eines Vertrauensverhältnisses
- Vermittlung und Aufbau stabiler Kontakte zu   Personen und Gruppen, die auf die Entwicklung des   jungen Menschen einen positiven Einfluss nehmen   können
- Einwirkung auf die Lebensführung des jungen   Menschen, mit   dem Ziel, seine Entwicklung zu   fördern und zu sichern
- Unterstützung bei dem Erlernen einer   eigenverantwortlichen Lebensführung
- Vermittlung und Begleitung bei der Aufarbeitung   von belastenden Erfahrungen und Problemen
- Stärkung des Selbstwertgefühles
- Unterstützen beim Erkennen der eigenen   Ressourcen
- Unterstützung bei der Entwicklung neuer   Lebensperspektiven ohne Straftaten


Beschreibung der Leistung

Der Arbeitsaufwand ist bei den ehrenamtlichen Betreuungen anfänglich in der Kontaktphase sehr hoch. Betreute junge Menschen bringen immer komplexere Probleme mit. Um das notwendige Vertrauensverhältnis zum Gelingen der Betreuung aufzubauen, bedarf es einer intensiven Beziehungsarbeit. Sind die ersten Erfolge gemäß der Bedarfermittlung erzielt, reduziert sich der Betreuungsaufwand.
Die Aufgaben der ehrenamtlichen Betreuer beinhalten:
- Präsenz eines verlässlichen Ansprechpartners
- Regelmäßiges Gesprächsangebot
- Hilfe bei der Klärung von aktuellen Problemen
- Gespräche mit Eltern, Lehrern und anderen   wichtigen - Bezugspersonen, auch begleitende   Gespräche
- Begleitung bei Behördengängen, Unterstützung bei   der Arbeits-/ Wohnungssuche
- Impulse zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung
- Begleitung zu speziellen Beratungsstellen   (Suchtberatung, Schuldnerberatung, Pro Familia,   Kompetenzagentur, u.a.)
- Kooperation mit der zuständigen Jugendhilfe im   Strafverfahren


Qualitätsstandards

Qualifikation der ehrenamtlichen Betreuer

- Schulung der Betreuer durch den Verein
Neue Wege e.V.
- Regelmäßiger Austausch mit dem fallzuständigen   Sozialarbeiter des Jugendamtes


Fachliche Anforderungen

- Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses
- Kommunikations- und Kontaktfähigkeit
- wertschätzendes Menschenbild
- Fähigkeit, eigene Grenzen zu kennen und diese   offen machen zu können
(z.B. bei rechtlichen Fragen, eigener Befangenheit,   bei   psychischen Problemen der     Betroffenen,   u.a.)
- Bereitschaft, eigenes Handeln zu reflektieren und   an der   regelmäßig stattfindenden Beratung   teilzunehmen
- Konfliktfähigkeit


Einführung des Projektes

Die ehrenamtliche Begleitung von gefährdeten jungen Menschen stellt hohe Anforderungen an die Bürger, die sich dieser Aufgabe stellen.
Um das Projekt erfolgreich zu starten, bedarf es einer sorgfältigen Suche und Auswahl von geeigneten Personen. Mittlerweile konnten durch die Auftaktveranstaltung "Help to Help" in der Neanderthalhalle in Mettmann sowie durch Werbung in den örtlichen und überregionalen Medien zahlreiche interessierte Personen gewonnen werden. Diese werden nun am 10. April 2010 werden nun für ihre bevorstehenden Aufgaben geschult.

Wir freuen uns, wenn wir auch Ihr Interesse geweckt haben und Sie als ehrenamtlichen Betreuer oder ehrenamtliche Betreuerin gewinnen können.

 

Flyer "HELP"

Plakat "HELP"

Bildergalerie Messe "Help to Help"